Was ist mit KI eigentlich gemeint?
Was ist „Generative KI“?
Künstliche Intelligenz ist nicht gleich Künstliche Intelligenz: Wenn wir von „Künstlicher Intelligenz“ sprechen, haben viele Menschen zunächst Chatbots wie „ChatGPT“ oder „Claude“ im Kopf – Programme, die in natürlicher Sprache formulierte Fragen beantworten und dabei oft erstaunlich menschenähnlich wirken. Doch der Begriff „Künstliche Intelligenz“ geht weit über solche Anwendungen hinaus. Tatsächlich handelt es sich dabei um ein äußerst breit gefächertes Forschungsfeld, das unterschiedlichste Technologien und Methoden umfasst.
Allein die Tatsache, dass fast täglich neue KI-Anwendungen auf den Markt kommen, mit immer neuen Fähigkeiten verdeutlicht den rasant wachsenden Forschungsbedarf.
Interessanterweise ist die Bezeichnung „Künstliche Intelligenz“ selbst weniger eine präzise wissenschaftliche Definition als vielmehr eine geschickt gewählte Marketing-Formulierung, die von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geprägt wurde, um öffentliche und finanzielle Aufmerksamkeit für ihre Forschung zu gewinnen.
Film KI-generiert
Der Begriff Künstliche Intelligenz war reines Marketing.
Im Sommer 1956 versammelten sich am Dartmouth College in Hanover, New Hampshire, führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu einer wegweisenden Konferenz, die als Geburtsstunde der Künstlichen Intelligenz (KI) gilt. Diese als „Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence“ bekannte Veranstaltung wurde von John McCarthy, Marvin Minsky, Nathaniel Rochester und Claude Shannon initiiert und organisiert.
Ziel der Konferenz war es, die Möglichkeiten der damals neuartigen Computertechnologie zu erforschen und zu diskutieren, ob Maschinen Fähigkeiten entwickeln können, die traditionell als Zeichen von Intelligenz gelten.
Dazu zählten Lernen, Mustererkennung, Sprachverarbeitung und die Fähigkeit, auf komplexe Weise zu reagieren – Fähigkeiten, die bis dahin ausschließlich Lebewesen zugeschrieben wurden.
Während der Konferenz prägten die Teilnehmenden den Begriff „Künstliche Intelligenz“ und legten damit den Grundstein für ein neues Forschungsfeld. Sie formulierten die Hypothese, dass jeder Aspekt des Lernens oder ein anderes Merkmal der Intelligenz so präzise beschrieben werden kann, dass eine Maschine dazu gebracht werden kann, es zu simulieren. Diese Vision führte zu intensiven Diskussionen über Themen wie neuronale Netze, maschinelles Lernen, Sprachverarbeitung und Selbstverbesserung von Computern.
Die Konferenz zog zahlreiche renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an, darunter Ray Solomonoff, Oliver Selfridge, Allen Newell und Herbert A. Simon. Ein bemerkenswertes Ergebnis war die Vorstellung des „Logic Theorist“ durch Newell und Simon, eines Programms, das in der Lage war, mathematische Theoreme zu beweisen und als einer der ersten Schritte hin zu intelligenten Maschinen gilt.
Die Diskussionen und Ergebnisse der Dartmouth-Konferenz von 1956 legten den Grundstein für die moderne KI-Forschung und beeinflussten zahlreiche nachfolgende Entwicklungen in diesem Bereich.
